Nachweislich stand ab dem 11. Jahrhundert eine Burg auf dem Sandsteinfelsen über der Stadt. Ihre Blütezeit erlebte sie zur Zeit der Herren von Stein im 13. und 14. Jahrhundert. Letzte Bewohnerin war Dorothea Maria, Witwe des Pfalzgrafen Ottoheinrich ll. von Neuburg-Sulzbach. Sie starb im Jahr 1639 auf der Burg Hilpoltstein.
Die Burgruine wurde in den vergangenen Jahren archäologisch untersucht und saniert. Im östlichen Teil steht der Bergfried (Turm) mit drei Meter dicken Mauern. Während der Sommermonate bietet der Besuch auf dem Bergfried einen weiten Ausblick auf das Umland.
Der Keller am Burganger aus dem 11. und 12. Jahrhundert wurde in aufwendiger ehrenamtlicher Leistung vom Museums- und Heimatverein saniert. Für Kulturveranstaltungen und als Trauzimmer für Hochzeiten im historischen Stil bietet der Keller am Burganger ein wunderbares Ambiente.
Im April 2013 wurde der mittelalterliche Zugang zur Burg wieder eröffnet. Über einen stollenartigen Gang durch den massiven Steinfelsen gelangen die Besucher über eine steile Treppe zum Burghof.
Informationstafeln geben beim Rundgang durch die Burganlage Auskunft über die Geschichte des Wahrzeichens der Stadt.
Eintritt: FREI
Erste Befestigungen des Ortes sind im 8./9. Jh. archäologisch nachweisbar.
Um 1100 wurde die älteste Steinburg gebaut. Von ihr sind noch Reste in den Ringmauern der Hauptburg erhalten. Schriftliche Zeugnisse zur Burg gab es erstmals 1142. Die damaligen Bewohner sind nicht bekannt.
Die heute noch erkennbare Grundanlage wurde unter Heinrich von Stein gebaut. Die Burg unterstand als sogenannte Reichsburg direkt dem König. Sie nahm eine wichtige Rolle als Station auf den Handelswegen ein, die von Nürnberg nach Rom und Venedig führt.

Nach dem Erlöschen des Geschlechts der Herren von Stein zeigten sowohl die Reichsstadt Nürnberg als auch die Herzöge von Baiern-Landshut Interesse an der Stadt. Zu dieser Zeit grenzte Hilpoltstein an das Gebiet des Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg, der seinen Herrschaftsanspruch nach Süden ausbauen wollte.
Das Heer Friedrichs V. belagerte erfolglos die Stadt Hilpoltstein. Nach hartnäckigem Widerstand mussten die Nürnberger unverrichteter Dinge abziehen. Hilpoltstein ging an die Herzöge von Baiern-Landshut. Auf dem Burgberg wurde wieder massiv gebaut. Die äußere Vorburg wurde weitgehend aufgegeben und zum Wirtschaftshof mit Stallungen, Scheunen und Werkstätten ohne Wehrfunktion umfunktioniert.
1392 Der wittelbachische Privilegienbrief mit der ersten urkundlichen Nennung der „Stat zum Stain“ bestätigte die längst bestehenden Stadtrechte. Wie weit diese tatsächlich zurückreichen, wissen wir nicht.
1473 Der Landshuter Herzog Ludwig der Reiche ließ in der äußeren Vorburg einen großen Kornspeicher errichten.

Pfalzgraf Ottheinrich II. von Neuburg-Sulzbach überschrieb das zum Herrschaftsgebiet gehörende Hilpoltstein seiner Gemahlin, der württembergischen Herzogstochter Dorothea Maria als Wittum (Witwensitz).
1606, zwei Jahre nach dessen Tod, bezog die Witwe im Alter von vierundvierzig Jahren mit ihren drei Töchtern die Burg. Zuvor hatte sie mit großer Tatkraft die mittelalterliche Wehrburg in ein bequemes Renaissanceschloss umbauen lassen, mit Annehmlichkeiten wie einer Badestube, Kachelöfen sowie Holzvertäfelungen und wertvollen Tapisserien. Die Pfalzgräfin ließ sich auch eine gut ausgestattete Apothekenküche einbauen. Dorothea Maria bewohnte über 30 Jahre das sogenannte obere Schloss. Sie engagierte sich wohltätig für Hilpoltstein und ließ prächtige Gärten, Teiche mit Springbrunnen, Orangerien und Alleen errichten. Sämtliche Bauten fielen jedoch dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer. 1639 verstarb sie fast achtzigjährig auf der Burg. Noch heute erinnert jährlich am ersten Augustwochenende das traditionelle Burgfest an sie und ihren prächtigen Einzug in die Stadt. Regiert wurde die junge Pfalz, zu der Hilpoltstein gehörte, jedoch durch ihren Neffen, Pfalzgraf Johann Friedrich, mit dem sie sich gut verstand. Dessen Residenz, das untere Schloss, liegt am heutigen Marktplatz. Sie ist für Besucher geöffnet und beherbergt unter anderem die Tourist Information. Im ebenfalls am Marktplatz gelegenen Museum „Schwarzes Roß“ finden sich viele Ausstellungsstücke zur Burg und auch ein Modell, anhand dessen die einst stattliche Größe der Anlage erahnt werden kann.
1639 Nach dem Tod von Dorothea Maria wurde die Burg nicht mehr bewohnt. Sie wurde lange Zeit als Steinbruch genutzt und dem Verfall überlassen.

Der Verfall der Hauptburg wurde gestoppt. Die Stadt Hilpoltstein erwarb 1879 die Burg. In den 1970er Jahren ging der Besitz an den Landkreis Roth über. Die Anlage wurde aufwendig saniert, archäologisch untersucht und in den 1990er Jahren für Besucher und Kulturveranstaltungen wieder geöffnet. Im Sommer dient die Burg als Kulisse für das Open-Air Kino und das Mittelalterfest, im Inneren wird in den Wochen vor dem Burgfest jedes Jahr ein Schauspiel zum Besten gegeben.

Quellen: Wolfgang Wiessner, Historischer Atlas von Hilpoltstein, München 1978; Kai Thomas Platz: Hilpoltstein vom Frühmittelalter bis zur frühen Neuzeit. Archäologische, baugeschichtliche und historische Aspekte zur Entwicklung einer mittelfränkischen Burg und Stadt, Büchenbach 2000; Stadtarchiv Hilpoltstein

