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Die Residenz Hilpoltstein

Die Residenz Hilpoltstein

1618 bis 1626 von Pfalzgraf Johann Friedrich erbaut - mit kunstvollen Stuckarbeiten der Gebrüder Kuhn. Das ehemalige Residenzschloss des Pfalzgrafen Friedrich wurde 1619 erbaut und mit wertvollen Stuckdecken des Nürnberger Meisters Heinrich Kuhn ausgestattet. Im erhaltenen Hauptgebäude, das in den Jahren 2009 bis 2012 aufwändig saniert wurde, sind heute das Amt für Kultur und Tourismus mit der Tourist-Information, die Stadtbücherei der Stadt Hilpoltstein und die Außenstelle der vhs im Landkreis Roth untergebracht. In einem weiteren Trakt befindet das Finanzamt.

Geschichte der Residenz

Zentrum des kulturellen Lebens in Hilpoltstein

Das Gebäude, in dem sich die Privaträume Johann Friedrichs und seiner Gemahlin Sophie Agnes befanden, wurde Mitte des 15. Jh. von Familie Hutzelmeier – einer bedeutenden Hilpoltsteiner Handelsfamilie – durch Umbau und Erweiterung eines mittelal­terlichen Wohnturms geschaffen. Der romanische Gewölbekeller sowie Mauerreste aus dem 12. Jh. sind erhalten geblieben.

Die Räume waren annehmlich ausgestattet. Der moderne Pfalz­graf ließ unter anderem ein eigenes Badezimmer sowie mehrere Sanitärräume mit Latrinenschächten bis ins zweite Obergeschoss einbauen. In Richtung Stadtpfarrkirche wurde eine Altane ange­fügt, die auf allen Etagen Andachtsräume beherbergte.

Die aufwendig sanierte Residenz ist heute ein wichtiges Zentrum des kulturellen Lebens in Hilpoltstein. Hier sind im Erdgeschoss das Amt für Kultur und Tourismus mit der Tourist-Information, eine Außenstelle der vhs im Landkreis Roth sowie im 1. Obergeschoss die Stadtbücherei untergebracht. Die Residenz steht offen für Besichtigungen, Trauungen, Ausstellungen, Kulturveranstal­tungen und Tagungen.

Räume, Stuckdecken und die gezeigten Kunstausstellungen können während der Öffnungszeiten – und im Rahmen einer Führung – besichtigt werden. Die Räume sind für Tagungen oder Seminare zu mieten.

Johann Friedrich und der Bau seiner Fürstenresidenz

Pfalzgraf Johann Friedrich errichtete sich von 1618 bis 1628 einen stan­desgemäßen Amtssitz im Zentrum Hilpoltsteins.

Für den Bau der Schlossanlage wurden Vorgängerbauten teils abgerissen, teils umgebaut und in die Anlage einbezogen, deren Anfänge bis ins 11 Jh. zurückreichen. Das Ensemble war zweigeschossig, das Haupthaus dreige­schossig in Burgsandstein ausgeführt. Alle Gebäudeteile der damals modernen Vierflügelanlage waren miteinander verbunden. Darin befanden sich ein Festsaal, Wirtschaftsgebäude mit Stallungen, Gäste- und Bedienstetenunter­künfte, ein Verwaltungsflügel sowie ein Turm mit Sternwarte. 1626 fertig gestellt, spiegelt die Residenz die moderne und weltoffene Art des Fürsten wieder. Stilprägend sind Renaissance und Humanismus. Im Laufe der wechselvollen Geschichte wurden immer wieder bauliche Veränderungen vorgenommen. Beispielsweise war der ehemalige Speise- und Festsaal im ersten Obergeschoss deutlich größer als der heutige Saal (Raum Johann Christian). Ursprünglich bildete er die angren­zende Verbindung zum Kanzleiflügel. Der Rest des Flügels wurde 1818 wegen baulicher Mängel abgerissen. In den beiden Geschossen des ehemaligen Kanzleiflügels ist heute das Finanzamt untergebracht.

Das Gebäude erfuhr danach eine wechselvolle Geschichte und wurde teils abgerissen, teils immer wieder baulichen Veränderungen unterzogen. Das zeigt sich beispielsweise an der Portalfront. Der bayerische Löwe mit den beiden Wappen von Pfalz Neuburg (Pfälzer Löwe) und Altbaiern (Raute) steht für die Vereinigung der Kurfürstenwürde von Bayern und der Pfalz unter Carl Theodor im 18. Jh.

Die ‚‚lieben drei Ämter"

Als 1505 nach einem Erbschaftskrieg durch den Schiedsspruch Kaiser Maximilians I. die „Junge Pfalz“ entstand, wurden ihr die Ämter Heideck, Allersberg und Hilpoltstein angegliedert.

1614 wurde eine neue wittelsbachische Nebenlinie begründet, die Pfalz-Hilpoltstein. Diese erhielt Johann Friedrich (1587-1644) von seinem Vater Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg. 1615 zog Johann Friedrich nach Hilpoltstein und heiratete 1624 Sophie Agnes von Hessen-Darmstadt. Tragischerweise starben alle acht Kinder aus der Ehe. Dadurch erlosch die Hilpoltsteiner Linie mit dem Tod Johann Friedrichs im Jahr 1644 bereits wieder.

Pfalzgraf Friedrichs Tante

Zu Zeiten Johann Friedrichs trug die Residenz die Bezeichnung „unteres Schloss“ oder „neues Schloss“. Mit dem gleichzeitig bestehenden „oberen Schloss“ war die ehemalige Reichsburg, die Burg Hilpoltstein, auf dem Burgberg gemeint. Hier wohnte seit 1606 Johann Friedrichs Tante, Dorothea Maria, die Witwe von Pfalzgraf Ottheinrich II. Noch heute wird an ihr segensreiches Wirken für die Stadt jährlich am ersten Wochenende im August mit einem Festspiel am Marktplatz im Rahmen des  Burgfestes erinnert. 

Lage

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