Erstes Obergeschoss
Das „Piano nobile“ diente als Wohnbereich des Pfalzgrafen. In Folge zeigen die prunkvollen Stuckdecken im Flur die maskulinen Gottheiten Sol, Jupiter, Mars und Saturn.
Das ehemalige Repräsentationszimmer Johann Friedrichs (Trauzimmer) zeigt besonders prächtige Stuckdarstellungen – vier Jagdszenen, welche die vier damals bekannten Kontinente symbolisieren.
Sie sind nach Kupferstichvorlagen von Karel von Mallery entstanden. Im Zentrum des Jagdzyklus zeigt das Allianzwappen „Neuburg und Zweibrücken“ das Selbstverständnis des Fürsten: als Mittelpunkt der ihn umgebenden Welt. Es steht für die neue „Junge Pfalz“ nach der Kleve-Jülich-Berg-Erbschaft.
Darstellungen und zugehörige Kontinente
Vogeljagd mit dem Schnäpper in heimischen Wäldern
Kontinent: Europa
Arenakampf, unter den Zuschauern Alexander der Große
Kontinent: Asien
Fischfang mit Pelikan, Hinweis auf die Entdeckung Neu-Indiens
Kontinent: Amerika
Reptilien- bzw. Krokodiljagd
(Hinweis: Bei der späteren Vergrößerung einer Ofenstelle teils zerstört)
Kontinent: Afrika
Im früheren Schlafzimmer (Stadtbücherei) ist eine mythologische Darstellung zum Thema Liebe und Moral dargestellt: Venus und Mars nackt auf einem Bett, begleitet von Amor, ihrem gemeinsamen Sohn. Vorlage ist ein Kupferstich von Crispin de Passe. Eine Besonderheit im angeschlossenen, ehemaligen Ankleidezimmer ist die in der Residenz einzig erhaltene, farbige Supraporta-Malerei: die „Venus im Bad“, eine für die Renaissance typische allegorische Darstellung – nach Vorbild der römischen Antike.
Zweites Obergeschoss
Das zweite Obergeschoss war der Pfalzgräfin Sophie Agnes vorbehalten, dem entsprechen die Stuckdarstellungen.
Im Flur ist der zweite Teil des „Götter- und Planetenhimmels“ dargestellt. Zu sehen sind die überwiegend femininen Götter Venus, Luna, Diana und der Gott Merkur.
Im ehemaligen Schlafzimmer (Sophie Agnes) ist die einzige biblische Szene in der Residenz dargestellt: Susanna im Bade (Dan 13,1-64). Wie auch im Schlafzimmer des Fürsten, handelt es sich um eine Darstellung von Liebe und Moral. Der Stuck in der Residenz war höchstwahrscheinlich einfarbig schwarz. Die hier bei Restaurierungsarbeiten freigelegte einzigartige Bemalung war möglicherweise ein Farbmuster (vgl. Restaurator).
Das Ankleidezimmer (Carl Theodor) wurde im 18. Jh. umgestaltet. Im barockzeitlichen Profilstuck sind die Initialen von Carl Theodor, dem späteren Kurfürsten von der Pfalz (CT) angebracht. Er lebte während seiner Kindheit zumindest zeitweise in Hilpoltstein.



